Andere Länder, andere Gesprächssitten

Zuhören im interkulturellen Kontext

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Gespräche verlaufen in verschiedenen Kulturen unterschiedlich. Wenn Sie im interkulturellen Umfeld erfolgreiche Gespräche führen wollen, sollten Sie sich darauf vorbereiten.

Ein typisches Gespräch in Deutschland hat den folgenden Verlauf: Jemand beginnt mit seiner Erzählung, kommt dann zum Höhepunkt, dann fällt die Erzählung ab und endet schließlich. Ganz häufig kommt der Erzähler jedoch nicht ungestört bis zum Schluss.

Der Gesprächspartner setzt sich aufrechter hin, holt schon mal vorbereitend Luft und zieht die Augenbrauen nach oben. Häufig hebt er auch die Hand, um anzudeuten, dass er der nächste sein will, der etwas sagt. Meistens wird der Erzähler auch einfach unterbrochen und ein anderer übernimmt mit seiner eigenen Story den Gesprächsverlauf.

In Polen ist der Gesprächsverlauf deutlich extremer. Kaum hat der Erzähler den Höhepunkt seiner Geschichte überschritten, wird er von einem anderen unterbrochen. Wenn Sie also höflich warten wollen, bis Sie dran sind, kann es daher schon eine ganze Weile dauern.

In China dagegen ist es ganz anders: Hier beendet der Erzähler in Ruhe seine Geschichte. Dann ist Pause. Erst nach einer angemessenen Pause beginnt der andere mit seiner Erzählung. Das ist auch der Grund, dass Chinesen in Deutschland häufig das Gefühl haben, nie zu Wort zu kommen. Respektieren Sie das, und lassen Sie ihre chinesischen Gesprächspartner ausreden. Denken Sie kurz über das Gesagte nach, bevor Sie antworten.

Schon diese kleinen Beispiele zeigen, wie wichtig es ist, sich auf Gespräche in anderen Kulturkreisen vorzubereiten. Lassen Sie sich beraten, und Sie werden erfolgreichere Gespräche führen.