Begegnungsfähigkeit ist eine Kernkompetenz

Begegnungsfähigkeit

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Begegnungsfähigkeit ist nicht selbstverständlich, doch im Business unerlässlich und im Alltag sehr hilfreich.

Auf guten Schulen ist Begegnungsfähigkeit eine wichtige Komponente im Schulunterricht.

Und auch unter Erwachsenen ist das eine wichtige Kompetenz im Umgang miteinander.

Es gibt klare Regeln, was Begegnungsfähigkeit ausmacht. Das sog. Erwachsenen-Ich hat fünf Merkmale:

  1. Der Erwachsene sagt die Wahrheit, ohne andere zu verletzen.
  2. Der Erwachsene sorgt für sich, ohne anderen zu schaden.
  3. Der Erwachsene trifft Vereinbarungen und hält sie ein (oder kündigt sie, wenn er sie nicht einhalten kann).
  4. Der Erwachsene übernimmt die Verantwortung für die eigenen Gefühle.
  5. Der Erwachsene hat die Bereitschaft zu verzeihen.

Wenn sich zwei Erwachsene begegnen und beide die genannten Merkmale erfüllen, dann ist das Begegnungsfähigkeit. Wenn nicht so gehandelt wird, dann leidet die Begegnungsfähigkeit enorm oder geht ganz verloren. Füllen wir die fünf Merkmale mal mit Leben:

Ein Beispiel für das 1. Merkmal: Ein Erwachsener sagt nicht zu einem Humpelnden “Du gehst ja wie ein Krüppel.” Oder “Das Konzept ist ja grottenschlecht. Was anderes habe ich aber auch nicht von Ihnen erwartet.” Die Kunst ist, die Wahrheit zu sagen – ohne dabei zu verletzen. Stichwort: Konstruktives Feedback.

Beispiel für das 2. Merkmal: Studenten machen Party und scheren sich nicht darum, ob den Mietern unter ihnen die Decke auf den Kopf fällt. Wie sorgen Sie für sich ohne anderen zu schaden? Fällt ihnen ein Beispiel aus dem Arbeitsalltag ein?

Beispiel für das 3. Merkmal: Hält ein Kind Vereinbarungen ein? Nein. Verspricht man einem Kind ein neues Fahrrad, wenn es jeden Tag Geschirr spült, dann spült es genau solange Geschirr, bis es das neue Fahrrad hat – und dann nicht mehr. (Und das ohne schlechtes Gewissen.) Wenn ein Erwachsener eine Vereinbarung getroffen hat, dann hält er sie ein. Und wenn er sie nicht einhalten kann, dann spricht er es aktiv an und steht dazu.

Beispiel für das 4. Merkmal: Wenn der Erwachsene die Verantwortung für seine eigenen Gefühle übernimmt, dann sagt er nicht mehr “Der ärgert mich”, sondern sieht es realistisch: “Ich ärgere mich.” (Übrigens, dies ist auch das Geheimnis, ganz schnell seinen Ärger los zu werden.) Wenn Sie hier einen Tipp brauchen, dann rufen Sie mich an.

Beispiel für das 5. Merkmal: Dies ist wohl die größte Herausforderung. Während ein Kind schmollt und dann vergisst – ohne Bereitschaft zu verzeihen, kann der Erwachsene seinem Gegenüber ganz anders begegnen und aufrichtig verzeihen. Ansonsten würden wohl noch mehr Ehen geschieden und Freundschaften aufgekündigt.

Beherrschen Sie alle fünf Merkmale und setzen sie auch ein? Falls nicht, bedenken Sie, das Spiel beginnt bei jeder Begegnung neu. Und falls sie jemand kennen, der hier Defizite hat, senden sie ihm oder ihr doch einfach dezent einen Link zu diesem Artikel.