Coaching für Maschinen

Coaching für Mensch und Maschine

© jim – Fotolia.com

Mensch und Maschine haben eine Übereinstimmung: Sie sind beide komplexe Systeme. Der Unterschied zwischen beiden ist: Der Mensch ist ein non-lineares System. Maschinen sind linear-kausale Systeme – haben also ein geradliniges Ursache-Wirkungs-Prinzip.

Funktioniert eine Maschine nicht mehr, hilft ein Blick in die Betriebsanleitung. Dort steht dann beispielsweise: Der Schalter X muss auf Position A stehen, damit der Motor läuft. Im Umkehrschluss heißt das: Der Motor läuft nicht, wenn Schalter X nicht auf Position A steht. Sobald jedoch der Schalter X auf Position A steht, setzt sich der Motor in Gang. Hier zeigt sich der kausal-lineare Zusammenhang von Maschinen.

Der Menschen ist anders, eben ein non-lineares komplexes System. So können etwa Migräne, Tinnitus, Rückenschmerzen oder einschlafende Hände mit Zahn- oder Kieferproblemen zusammenhängen. Bei Rückenschmerzen etwa verschaffen Massagen möglicherweise Linderung, jedoch keine Heilung. Die Rückenschmerzen werden immer wieder kommen, bis die eigentliche Ursache gefunden und behandelt wird.

Auch im Coaching treffe ich immer wieder auf Prinzipien, die deutlich machen, der Mensch ist non-linear komplex. Typisches Beispiel aus meiner Praxis: Ein Mann hatte seine Stelle gekündigt, weil er mit seinem Chef überhaupt nicht klar kam. Er wechselte die Stelle. Sein neuer Chef war wieder ganz schrecklich. Der Mann kündigte wieder nach kürzester Zeit und suchte sich eine neue Anstellung. Hier war eine Frau der „Chef“. Aber es dauerte nicht lange, und er hatte genau dieselben Probleme mit seiner Chefin wie vormals mit den beiden Chefs.

Er begann, sich zu fragen, ob es vielleicht an ihm selber liegt. So kam er zu mir ins Coaching. Wir bearbeiteten die Beziehung zu einem der beiden Chefs und siehe da: Plötzlich lief es mit der Chefin sehr gut. Wie konnte das sein? Die Konflikte mit den Chefs und der Chefin waren letztlich nur ein Symptom. Das zugrunde liegende Problem war ein Autoritätsproblem. Wird im Coaching das Problem gelöst, läuft es auch in den Beziehungen gut. Was aber noch viel erstaunlicher war: Plötzlich hatte der Klient eine sehr entspannte Beziehung zu seinem alten Vater und auch zu seinem pubertierenden Sohn.

Die Praxis zeigt: Bei Problemen im Job beispielsweise, ist es auch immer günstig, sich die Beziehung zum Vater anzuschauen. Der Vater war ja in der Kindheit das Vorbild in Sachen Job, Karriere, Leistung, Geld, Erfolg etc.. Hat jemand eher im privaten Bereich Probleme (z. B. Konflikte in der Partnerschaft), dann ist es stets günstig, die Beziehung zur eigenen Mutter zu bearbeiten. Die Mutter war ja in der Kindheit das Vorbild für die Gestaltung von Beziehungen, das Familiäre und das Soziale. Allerding: Bei zunehmender Berufstätigkeit der Mütter ist es im Coaching wichtig, wie die Rollenverteilung im Einzelfall tatsächlich ist.

Und aus diesem Grund gibt es kein Coaching für Maschinen. Wenn sich allerdings das mit der Künstlichen Intelligenz so weiterentwickelt… Wer weiß?!