Endzeitstimmung

Die Digitalisierung ändert alles - angeblich.

Digitalisierung: Ist der Chef noch Fürst?Regelmäßig wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben. Derzeit muss die Digitalisierung für so manches Szenario herhalten. Aktuell soll der Chef an sich ein ganz neues Leitbild bekommen – dank Digitalisierung.

Tobias Kämpf vom Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung (ISF) ist überzeugt: “Das alte Leitbild des Chefs als Fürst in seinem Reich hat ausgedient.” Über solche Sätze werden so manche Vorstände, Hauptabteilungsleiter und andere Machtmenschen nur schmunzeln. Management nach Gutsherrenart wird es auch weiterhin geben, und auch die “Fürsten” werden nicht ausgedient haben.

Allerdings werden sie sich noch mehr (oder besser) tarnen als bisher. Die Schwerpunkte werden noch mehr auf die Pflege von Beziehungen und das Netzwerken gelegt. Aber am Ende des Tages geht es doch immer nur um das Erreichen der eigenen Ziele, das Selbst-Marketing und um die Karriere.

Die Digitalisierung ist lediglich ein Werkzeug, das gute Führungskräfte elegant und zielgerichtet zu nutzen wissen. Ein anderes Rollenverständnis für Führungskräfte erfordert ein solches Werkzeug nicht – auch wenn es uns so mancher Buchautor Glauben machen möchte.

Führungskraft: Chef oder Diener?

Die aktuelle Diskussion erinnert an “Neuer Wein in alten Schläuchen”. Die Frage, ob die Führungskraft noch Chef oder lediglich Diener eines selbständigen Teams ist, wirkt nicht gerade neu. Mit dem Modebegriff Digitalisierung soll die alte Diskussion wieder neu angestoßen werden.

Die schwachen Führungskräfte wurden auch schon vor der Digitalisierung zwischen dem Team und den Anforderungen von oben zerrieben. Eben das typische Dilemma einer Sandwich-Position und ein klares Auswahlverfahren.

Die Karriereleiter ist kein Demokratie-Club. Je weiter eine Führungskraft aufsteigt, umso mehr wird sie auch eine Art Fürst in ihrem Reich werden. Digitalisierung hin, Digitalisierung her.

Wie sehen Sie das? Ich bin gespannt. Rufen Sie mich an: 089 / 13926369