Erforschen ist wichtiger als das “Warum?”

Wenn Sie ein Problem erforschen möchten, ist die „Warum?“-Frage nur ein Blick in die Vergangenheit und Frage nach den Ursachen. Doch eine solche Frage ergibt oft nicht die richtigen Antworten.

Erforschen statt Warum-Frage

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Angenommen, Sie haben ein Problem. Wenn Sie sich nun fragen – “Warum habe ich das Problem?” – blicken Sie oft weit in die Vergangenheit. Und meist finden Sie keine Antwort auf diese Frage.

Erforschen Sie das Problem

Ganz andere Ergebnisse erhalten Sie, wenn Sie die aktuelle Situation erforschen. Typische Fragen sind hier:

  • Wozu habe ich das Problem?
  • Was gönne ich mir mit dem Problem?
  • Was muss ich nicht tun, wenn ich dieses Problem habe?
  • Was erlaube ich mir, wenn ich das Problem habe?

Typisches Beispiel aus meinen Coaching: Mein Klient und ich erforschen beispielsweise eine kritische Beziehung – etwa zum Chef oder zur Ehefrau. Es geht nicht darum, herauszufinden, warum die Beziehung z. B. in die Schieflage gekommen ist. Sondern es geht darum, die Beziehung zu erforschen und dadurch das Problem in der Beziehung zu einer Lösung hin zu öffnen.

Dafür sind etwa folgende Fragen zielführend:

  • Welche Erwartungen habe ich an den kritischen Beziehungspartner, die er nicht erfüllt?
  • Welche Erwartungen hat der kritische Beziehungspartner an mich, die ich nicht erfülle?
  • Worin stimmen der kritische Beziehungspartner und ich darin überein?
  • Was darf der kritische Beziehungspartner von mir wissen?

Viele Aspekte des Lebens lassen sich so erforschen: ein Problem, ein bestimmtes Thema, eine kritische Beziehung, Wünsche…

Erforschen ist organisches Lernen. Erforschen erinnert an eine Artischocke. Durch das Erforschen zupfen Sie Blatt für Blatt ab und kommen so irgendwann an das Herzstück.

Das Herzstück entspricht unserem natürlichen Wissen. Es taucht aus dem Inneren, Unbewussten des Einzelnen auf und formiert sich zu einer Erkenntnis. Plötzlich weiß man, wie es geht – der typische “Heureka!”-Effekt.

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Buchtipp: „Warum? Von der Obszönität des Fragens“ von Aron R. Bodenheimer, ISBN 978-3150202173, EUR 12,95