Erklärungen lähmen das Engagement

In der Bildung flammt immer wieder eine Frage auf: Wie lernen Kinder mehr? Wenn der Lehrer die Dinge erklärt oder wenn er die Kinder ermutig, es selbst herauszufinden? Und besteht eventuell auch ein Zusammenhang mit Erwachsenen in Unternehmen?

Um es gleich vorwegzunehmen: Einen klaren Sieger gibt es bisher nicht, nur einen Favoriten. Ein sehr bekanntes Experiment wurde von Dr. Bonawitz und Dr. Shafto durchgeführt. 85 Vier- und Fünfjährige wurden in vier Gruppen aufgeteilt. Den Kindern wurde ein neuartiges Spielzeug vorgestellt.

Die erste Gruppe hatte eine streng pädagogische Einführung. Das Spielzeug wurde gezeigt, erklärt und vorgeführt.

Bei der zweiten Gruppe wurde die Demonstration mittendrin unterbrochen und signalisiert, dass der Experimentator gleich wiederkommt.

Ohne hier zu sehr ins Detail zu gehen – alle vier Demos liefen unterschiedlich ab. Ziel war es zu sehen, wie lange und intensiv sich die Kids nach den unterschiedlichen Vorführungen noch mit dem Spielzeug beschäftigten und auch neue, nicht gezeigte Funktionen entdeckten.

Und in Unternehmen?

Das Ergebnis war deutlich. So schwankte die Zeit, wie lange sich die Kinder noch mit dem Spielzeug beschäftigten zwischen 119 (1. Gruppe) und 206 Sekunden. So hat die erste Gruppe vier verschiedene Aktionen durchgeführt, währen andere Gruppen bis zu 6,2 Aktionen ausprobierten.

Interessant ist dieses Experiment für das Lernverhalten von Kindern. Doch wie sieht es da bei Erwachsenen aus? Könnte es einen deutlichen Unterschied geben von einer Gruppe “Der Chef hat gesagt, es ist so, also müssen wir das weder hinterfragen oder uns groß weiter damit beschäftigen.” zur Gruppe “Hier habe ich etwas Spannendes. Schaut es Euch selbst an.”?

Wie halten Sie es mit Ihren Mitarbeitern? Erklären Sie alles oder lassen Sie Raum für Entdeckungen?