Kommunikationsfalle Nummer 1

KommunikationsfalleHaben Sie heute schon mal “Ja” gesagt? Dann hoffentlich ohne den Zusatz “aber”. Denn das ist ein verstecktes “Nein!” und lässt nebenbei klare Rückschlüsse auf Sie und Ihre Argumente zu.

Kennen Sie das auch? Es gibt immer wieder Kollegen, die in die Diskussion ein beherztes “Ja, aber…” einbringen: “Ja, aber müssen wir nicht…“, „Ja, aber muss nicht zuerst…“, „Ja, aber passiert dann nicht…”

Das berühmte “Ja, aber…” ist ein verstecktes “Nein!”. Ein Nein, das Sie nicht aussprechen möchten, mit dem Sie einen möglichen Konflikt vermeiden wollen oder auch klar Kritik an den anderen üben.

Manchmal wird das “Ja” auch selbst “versteckt”. Beispielsweise bei: “Das ist eine gute Idee, aber…”.

Mit einer Ja-aber-Aussage stimmen Sie einer Aussage vermeintlich zu, schwächen Sie jedoch im Aber-Teil wieder deutlich ab oder stellen sie gleich ganz in Frage.

Natürlich werden sich Ihre Gesprächspartner fragen, warum Sie sich einem Konflikt entziehen – insbesondere als Führungskraft. Folgende mögliche Antworten gibt es:

  • Sie trauen sich nicht, klar und deutlich Ihre Meinung zu sagen.
  • Sie sind extrem harmoniebedürftig.
  • Sie empfinden Ihre Argumente als zu schwach.
  • Sie trauen sich nicht, sich einer Konfrontation zu stellen.
  • Sie fühlen sich anderen Gesprächsteilnehmer unterlegen.

Jeder dieser Einschätzungen ist negativ besetzt.

Ersetzen Sie “Ja, aber…” durch ” Ja, und…”

Wenn Sie Argumente einbringen oder auf mögliche Schwierigkeiten hinweisen möchten, dann nutzen Sie passende Formulierungen, die Ihre Kompetenz unterstreichen. Ersetzen Sie das ABER einfach durch ein UND.

  • “Ja, und wir müssen noch eine Lösung für xyz finden.”
  • “Ja, und wie können wir es schaffen, dass…?”
  • “Ja, und mir fällt auf, dass…”
  • “Sie haben Recht und wenn wir…”

Mit dem Wort UND können Sie selbst zwei gegensätzliche Vorstellungen gleichwertig nebeneinander stellen und keine davon rüde umstoßen. Also: “Das ist eine gute Idee, und wenn wir noch den Energieverbrauch senken, können wir in Produktion gehen.”

Sie werden merken, Ihre Argumentation wird allein dadurch kraftvoller und kompetenter.