„Nein“ sagen lernen

Nein sagen können Sie lernenEs gibt viele Gründe, warum Menschen oft „Ja“ sagen, obwohl sie viel lieber „Nein“ sagen möchten: Erziehung, schlechtes Gewissen oder die Sorge, ein schlechter Kollege oder Freund zu sein. Keine Sorge – auch notorische „Ja“-Sager können das „Nein“-Sagen lernen.

Kennen Sie das auch?! Sie haben die ganze Woche rangeklotzt, damit Sie am Freitag eher Schluss machen können. Dann am Freitagmittag ein Anruf von einem Kollegen: Er muss ganz dringend heute früher aus dem Haus, weil gerade die Schwester aus Südafrika zu Besuch ist. Sie wünschen ihm viel Spaß und bleiben eben länger.

Oder eine Kollegin möchte den Samstag freimachen, um das wöchentliche Fußballspiel ihres Sprösslings nicht zu verpassen. Sie übernehmen für sie den Samstag, damit Ihre Kollegin auf dieses grandiose Ereignis nicht verzichten muss. Vielleicht lassen Sie sich ja auch für den Kuchenverkauf beim Schulfest einspannen, anstatt endlich mal in die Berge zu fahren.

Wege zum „Nein“

Sie sagen zu all dem “Ja, kein Problem”, sind ein freundlicher Mitarbeiter und Kollege, ein guter Nachbar – obwohl Sie lieber “Nein” sagen möchten? Dann sollten Sie das schnell ändern. Ansonsten ist im Kollegenkreis und in der Nachbarschaft schnell bekannt, dass man ganz einfach alle möglichen Arbeiten auf Sie abschieben kann.

1. Analyse

Analysieren Sie, wo und bei welchen Menschen Sie schnell einknicken und Bitten und Wünsche schlecht abschlagen können. Ist das eher bei Kollegen, Vorgesetzten oder bei Freunden und Verwandten so? Und in welchen Fällen lassen Sie sich am leichtesten breitschlagen?

2. Muster erkennen

Machen Sie sich bewusst, welche eingeschliffenen Muster Sie daran hindern, “Nein” zu sagen. Nur wenn Sie durchschauen, wie Sie in solchen Situationen ticken, können Sie in Zukunft auch wirklich etwas ändern.

3. Verschaffen Sie sich Bedenkzeit

Oft werden Sie mit Wünschen und Anliegen überrumpelt und das „Nein“-Sagen scheitert vor allem am Zeitdruck. Verschaffen Sie sich daher erstmal Bedenkzeit. Reagieren Sie auf Bitten in Zukunft mit einem “Ich möchte erst darüber nachdenken. Ich sage Dir später Bescheid.” Jetzt haben Sie einen Zeitpuffer, in dem Sie überlegen können, ob Sie das wirklich möchten.

4. Mit einem “Nein” geht die Welt nicht unter

Wenn Sie nicht zusagen möchten, dann sagen Sie das auch mit einem klaren Nein. Sie müssen dann zwar noch immer die Reaktion der Gegenseite aushalten. Gerade am Anfang wird Ihnen das schwerfallen. Doch halten Sie das ein paar Mal aus, und Sie werden sehen, die Welt geht nicht unter, wenn Sie freundlich und bestimmt „Nein“ sagen.

5. Keine Rechtfertigungen

Wenn Sie „Nein“ sagen, dann schicken Sie keine langen Erklärungen oder Rechtfertigungen hinterher. Diese müssen nicht sein. Ein freundliches „Nein“ genügt.

Und bedenken Sie: Wer öfter mal “Nein” sagt, hat mehr Zeit für sich und seine Projekte. Wann fangen Sie damit an, auch mal „Nein“ zu sagen?