Nett sein ist die erste Bürgerpflicht! Oder nicht?!

Sie dürfen ruhig auch mal nicht nett sein.Sind Sie nett zu Ihren Mitmenschen? Sind Sie manchmal auch zu nett? Möchten Sie es allen recht machen? Dann sind Sie vielleicht harmoniesüchtig. Aber keine Sorge, dass ist behandelbar.

Geht es Ihnen auch manchmal so? Ihnen geht es nicht besonders gut, aber Sie lassen sich im Job natürlich nichts anmerken. Sie lächeln die Probleme gekonnt weg und sind super nett wie immer. Diese Selbstkontrolle schlechter Emotionen kostet Energie und erhöht Ihren Stresslevel deutlich. Das merkt auch Ihr Gegenüber – meist unbewusst. Und bei aller Nettigkeit geht so manches Gespräch dann doch den Bach runter.

Sucht nach Harmonie

Anderes Beispiel: Während einer Besprechung drückt Ihnen ein Kollege so ganz nebenbei zusätzliche Arbeit aufs Auge. Jetzt haben Sie die Wahl: Sie sind – wie immer –nett, lächeln und erledigen die Zusatzarbeit ohne Murren. Oder Sie springen über ihren eigenen Schatten und Ihre Harmoniesucht und sagen klar und deutlich “NEIN, dafür habe ich aktuell keine Zeit. Bitte übernehmen Sie das Thema.”

Das ist der Unterschied zwischen Überstunden oder einem pünktlichen Feierabend. Da lohnt es sich doch mal genauer darüber nachzudenken. Warum pflegen Sie Ihr Nettsein auch in Situationen, die klar gegen Ihre Interessen laufen? Weil “man” das von Ihnen erwartet, weil es schon immer so war, weil sie gern ein braver Junge, ein braves Mädchen sind, weil nett sein für Sie schon immer erste Bürgerpflicht war?

Die Harmoniesüchtigen bleiben mit ihren Interessen oft auf der Strecke. Dabei hat jeder das Recht, die eigenen Interessen zu wahren. Sie müssen nicht nett sein – wenn Sie es nicht wollen. Und wenn Ihnen jemand etwas aufs Auge drücken möchte, wozu Sie keine Lust haben, dann dürfen Sie das sagen. Gerne auch sehr nett.