Verdienen Sie auch, was Sie verdienen?

Wie wäre es, wenn Sie sich für das neue Jahr mal etwas anderes an Silvester vornehmen?! Beispielsweise eine deutliche Gehaltserhöhung im ersten Halbjahr 2017?

Die Strategie von Gunter Gabriel wird nicht greifen. Der Verweis auf brave, tägliche Pflichterfüllung reicht bei weitem nicht, um Sie auch nur in die Nähe einer saftigen Gehaltserhöhung zu bringen. Auch wird Ihren Chef nur mäßig interessieren, dass Sie ein Haus abbezahlen müssen, das Internat für die Kinder teurer geworden ist oder Sie endlich einen italienischen Sportwagen kaufen möchten.

Tipp #1: Gehaltsanpassung

Der wichtigste Tipp für Ihr Gehaltsgespräch kommt aus der Psychologie. Sprechen Sie mit Ihrem Vorgesetzen nicht über eine Gehaltserhöhung. Sprechen Sie mit ihm (oder ihr) lediglich über eine Gehaltsanpassung. Der Grund: Eine Gehaltserhöhung klingt ganz klar nach mehr Geld zahlen, allerdings ohne Begründung. Eine Gehaltsanpassung suggeriert, dass etwas aktuell nicht korrekt ist und angepasst werden sollte. Hier wird der erste Grund schon mitgeliefert.

Tipp #2: Nie bei schlechter Laune

Bereiten Sie sich auf Ihr Gespräch zur Gehaltsanpassung gut vor. Dazu gehört auch, dass Sie Ihren Chef nicht zwischen Tür und Angel ansprechen, sondern einen Termin dafür vereinbaren. Wenn Ihr Vorgesetzter Montag immer gutgelaunt aus dem Wochenende kommt, dann versuchen Sie einen Montagstermin zu ergattern. Gut gelaunte Chefs sind angenehmer in Gehaltsverhandlungen.

Tipp #3: Fit für Killerphrasen

Jeder Vorgesetzte hat jede Menge “Gründe”, warum es gerade ganz schlecht ist, mehr Geld zu bezahlen. Die wichtigsten Phrasen und wie Sie damit umgehen, finden Sie im Artikel Kontern Sie die Killerphrasen der Chefs.

Tipp #4: Machen Sie eine Checkliste

Damit Ihnen in der Hitze des Gehaltgefechts nicht die Argumente ausgehen, machen Sie sich eine Checkliste:

  1. Listen Sie alle Argumente auf, die für Sie sprechen. Welche Erfolge haben Sie für Ihre Abteilung und Ihr Unternehmen erreicht? Wo haben Sie Ihrem Unternehmen Geld gespart?
  2. Gutes Timing: Suchen Sie einen günstigen Zeitpunkt für das Gespräch aus (siehe Tipp #2).
  3. Ganz wichtig: Nennen Sie zu Beginn starke Argumente, heben Sie sich jedoch den wichtigsten Punkt unbedingt für den Schluss auf.
  4. Nutzen Sie nur starke Argumente in der Verhandlung. Kleinigkeiten relativieren nur Ihre Absichten.
  5. Bereiten Sie sich vor: Recherchieren Sie den Gehaltsspiegel für Ihre Position in Ihrer Branche und Region.
  6. Seien Sie sich bewusst: Sie bieten wertvolle Arbeit als Gegenleistung für das Gehalt – Sie sind also kein Bittsteller.
  7. Abgelehnte Gehaltsforderungen gehören zum Alltag. Aber bleiben Sie am Ball und planen Sie schon mal das nächste Gehaltsgespräch.

Fehler in der Gehaltsverhandlung

Wenn Sie die o.g. Punkte beachten und sich darauf vorbereiten, dann haben Sie eine gute Ausgangslage. Allerdings gibt es auch eine ganze Reihe von Formulierungen, die Sie besser nicht nutzen. Was Sie konkret vermeiden sollten, finden Sie im Blogbeitrag Was Sie im Gehaltsgespräch niemals sagen sollten am 10. Januar 2017.