Zielvereinbarungssystem: Reines Top-Down verschenkt Chancen

Viele Unternehmen verschenken viele Chancen, wenn nach der Zielklausur der Geschäftsleitung gleich die Zielvereinbarung mit den Mitarbeitern festgezurrt wird. Ein entscheidender Zwischenschritt wirft das Schwungrad des Erfolgs an.

Nicht nur Menschen, auch Unternehmen profitieren von klaren Zielen. Ein guter Weg dahin ist eine sog. Zielklausur der Geschäftsleitung. In dieser Klausur wird die strategische Orientierung für das Unternehmen für die nächsten drei bis fünf Jahre festgelegt. Im Zentrum stehen hier die Vision, die daraus resultierenden Ziele und die erfolgversprechenden Strategien.

Und jetzt machen viele Unternehmen den Fehler und brechen die Ziele gleich auf die Mitarbeiter herunter und gehen direkt in die Zielvereinbarung für die Mitarbeiter. Doch damit wird ein riesiges Potenzial des Unternehmens nicht genutzt.

Zwischen Zielklausur und Zielvereinbarung lohnt sich die sog. Zielkonferenz. Hier orientieren sich Geschäftsleitung, Abteilungsleiter und Mitarbeiter, tauschen sich aus und geben vor allem den Abteilungsleitern wichtigen Input – von “oben” und “unten”. Besonders hilfreich ist der horizontale Austausch zwischen den Abteilungsleitern. Fehlentwicklungen werden so leichter vermieden. Und auch das Aneinander-vorbei-arbeiten wird deutlich reduziert. Durch diesen Zwischenschritt wird etwa verhindert, dass beispielsweise noch Windows-Kurse für die Mitarbeiter einer Abteilung gebucht werden, obwohl Apple Computer in einem Vierteljahr angeschafft werden. Die operative Orientierung der Zielkonferenz beträgt ein Jahr.

Und nach der Zielkonferenz kommt die Zielvereinbarung mit den Mitarbeitern ins Spiel, die auf eine Perspektive von sechs bis zwölf Monaten ausgerichtet ist. Und nachdem Mitarbeiter und Vorgesetzte jetzt wissen, welche Themen die Zukunft bringt, werden die Ziele sehr praxisnah vereinbart.